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18.03.26

Irène

Auch im neuen Jahrgang 2026 vom Vitaparcours hat Irène traditionellerweise den Parcours, mit Gästin Anita, zum Fondue-Essen in die Waldschenke Altberg eingeladen. Und wie jedes Mal musste man sich dieses Essen verdienen, der Aufstieg zur Wirtschaft dauert zu Fuss über Berg und Tal fast eine Stunde, diesmal war zwar herrliches Wetter, aber so kalt, dass der Schweiss sofort einfror und vom Gesicht fiel. Früher war die Mannschaft vorne und konnte gar noch auf den Turm steigen bis das schwache Geschlecht eintraf. Nun waren es die Frauen, die vor dem Lokal auf die erschöpften Männer warten mussten.
Drinnen empfing uns die aufgestellte und kompetente Serviererin und zu unserem Glück blieben die griesgrämigen Wirtsleute in der Küche.
Bis auf ein paar Biker, die draussen etwas Wasser tranken und ihre Fahrgestelle putzten war das heimelige Lokal leer - schade, aber das Wandern ist halt nicht mehr des Müllerburschens Lust. Er fährt viel lieber mit seinem getunten Maserati, Porsche oder Mercedes KTM durch die Dörfer und wird von den winkenden Girls bewundert als zu Fuss unterwegs zu sein, wo ihm höchsten der Dorfpolizist winkt, er solle doch etwas schneller über die Strassenkreuzung gehen. Dann wäre ja noch das Fahrrad - aber auch mit diesem ist es viel geiler auf den städtischen Trottoirs die Fussgänger zu erschrecken statt einsam auf den steilen, holprigen Weg zur Waldschenke zu strampeln; zudem ist Käsefondue sowas von out wenn Thai-Streetfood, Quinoa-Häppchen oder Wagyu-Hamburgers an jeder Strassenecke angeboten werden. Selbstverständlich macht man viel mehr für seine Altersvorsorge als nur Wandern, aber man will gesehen werden beim Abrackern, zB, über dem Globus Bellevue-Imbiss oder beim Bahnhof Altstetten Nord. Kein Wunder schliesst die Stadt Zürich ihre Wirtschaften mit einfältigen Begründungen und funktioniert sie zu Begegnungs-Stätten, Kitas oder Gassenfürsorge für ihre Partei-Jugend um, rezentes Beispiel ist der Wilde Mann an der Freiestrasse.
Genug gemotzt, es war ein angenehmer Nachmittags-Ausflug und der Schreiber freut sich jetzt schon auf den vielen Knoblauch im Fondue, wenn denn jemand daran denkt diesen zu bestellen.

Schluss:
"Wenn Sie sich das nächste Mal mit ihrer Frau im Bett vergnügen, dann ziehen Sie gefälligst die Vorhänge zu!", empört sich der Nachbar, "Gestern Nachmittag konnten wir alle zusehen"
"Reingefallen", lacht der Andere, "Gestern Nachmittag war ich gar nicht zu Hause, sondern beim Joggen".

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24.03.2026
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